Struktur des Neurovaskulären Netzwerks Nordelbe

Das Neurovaskuläre Netzwerk Nordelbe ist eine Kooperation von Neurologischen, Neuro-Radiologischen und Neurochirurgischen Abteilungen der Asklepios Kliniken Altona, Barmbek, Harburg, Nord. St. Georg und Wandsbek, sowie des Krankenhauses Buchholz und der Kliniken Lüneburg und Uelzen. Die Koordination erfolgt durch die Neurozentren der Asklepios Kliniken Altona und Nord. Alle Kliniken verfügen über eine nach den Kriterien der Deutschen-Schlaganfall-Gesellschaft zertifizierte „Stroke Unit“, eine spezialisierte Abteilung für die Behandlung von Schlaganfallpatienten.

Alle Asklepios Kliniken sowie das Klinikum Lüneburg verfügen über einen 24/7 Thrombektomie-Dienst. Das Krankenhaus Buchholz und das Klinikum Uelzen haben eine Vor-Ort Thrombektomieversorgung und verlegen Patienten zur Thrombektomie in die Asklepios Klinik Altona bei Versorgunsglücken.

Patienten mit Hirnblutungen (Aneurysma- und Angiomblutungen oder sonstige Blutungen) werden in den Neurozentren der Asklepios Kliniken Altona und Nord versorgt.

Was ist eine Stroke Unit?

Die Stroke Unit bietet die Plattform für die Durchführung der Thrombolyse und verfolgt das Ziel, die Schlaganfallursache rasch zu klären, um eine optimale, ursachenbezogene Behandlung durchführen zu können. Eine weitere wichtige Funktion der Stroke Unit ist die unmittelbare Erkennung von frühen Komplikationen und Schlaganfall-Rezidiven sowie die Überwachung und Aufrechterhaltung einer normalen Atem-, Kreislauf- und Stoffwechselfunktion, die nach Eintreten des Schlaganfalls leicht entgleisen und den Patienten dadurch zusätzlich schädigen, u.U. sogar tödlich sein kann. Der Beginn einer frühen Sekundärprävention reduziert die Gefahr von Rezidivinsulten oder eine Vergrößerung des Hirninfarktes. Die Wirksamkeit der Stroke Unit wurde vielfach in Studien belegt, die zeigten, dass die Stroke-Unit-Behandlung hinsichtlich der Mortalität und des funktionellen Behandlungsergebnisses der Behandlung auf einer Normalstation unabhängig vom Schweregrad des Schlaganfalls und des Alters hoch überlegen ist7. Die Wahrscheinlichkeit, ein gutes Behandlungsergebnis (modified Rankin Scale 0 bis 3) zu erreichen und die Mortalität zu senken wird signifikant erhöht.

Stroke Units Deutschland 2015

Abbildung: Nahezu flächendeckende Schlaganfallversorgung auf 277 regionalen und überregionalen Stroke Units in Deutschland
(Stand 25.10.2015)

277 zertifizierte Stroke Units:

  • 160 Regionale Stroke Units *
  • 106 Überregionale Stroke Units **
  • 11 Telemedizinisch vernetzte Stroke Units

*   davon 7 Comprehensive Stroke Units, 6 Stroke Units Innere Medizin
** davon 14 Comprehensive Stroke Units
(Stand: 01.10.2015)
Quelle: Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Karte erstellt mit RegioGraph 8, Kartengrundlage GfK MACON GmbH

Typische Erkrankungen, die im Neurovaskulären Netzwerk Nordelbe versorgt werden

Intrakranielle Gefäßverschlüsse

  • Mechanische Thrombusextraktion
  • Angioplastie mit Stenting
  • Maligner Mediainfarkt (Hemikraniektomie)
  • Raumfordernder Kleinhirninfarkt (operative Entlastung)

Symptomatische und asymptomatische Stenosen extra- und intrakranieller Hirnarterien

  • „Best medical treatment“
  • Gefäßchirurgische Therapie
  • Endovaskuläre/interventionelle Therapie

Intrazerebrale Blutungen

  • Hämatomevakuation
  • Verfahren zur Hämatomverflüssigung (nur in klinischen Studien)
  • Spezifische neurointensive Therapie

Subarachnoidalblutungen (Aneurysma)

  • Fachspezifische intensivmedizinische Überwachung und Therapie (u. a. Triple-H-Therapie, US-Monitoring von Vasospasmen, Nimodipin-Therapie, Blutdruck-Monitoring)
  • Endovaskuläre Aneurysmatherapie (Coiling und Stenting)
  • Neurochirurgisches Aneurysma-Clipping

Subarachnoidalblutung anderer Ursache (z. B. durale Fistel)

Arteriovenöse Malformationen und andere Gefäßfehlbildungen (Kavernome, durale AV-Fisteln)

  • Konservative Therapie
  • Endovaskulär-interventionelle Therapie
  • Chirurgische Therapie
  • Radiochirurgie

Vaskulitis

  • Nichtinvasive und invasive Gefäßdiagnostik (DSA)
  • Hirnbiopsie; Temporalisbiopsie (andere Biopsien)
  • Immunsuppressive Therapie (Steroide, Cyclophosphamid) mit Therapie-Monitoring

Genetische und erworbene zerebrale Mikroangiopathien

  • Spezifische Diagnostik
  • „Best medical treatment“

Nichtrupturierte („innozente“) Aneurysmen (Therapie konservativ, endovaskulär, neurochirurgisch)

Extra- und intrakranielle spontane und traumatische Dissektionen

Sinus- und Hirnvenenthrombosen

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